Das Historische Museum der Stadt
Kardzhali
Das Gebäude ist ein großartiges Bauwerk.
Es wurde in den 20er Jahren des 20. Jh. im mittelasiatischen
Stil erbaut. Es sollte eine muslimische Schule werden,
wurde es aber nie. Seit den 80er Jahren ist es eines
der schönsten bulgarischen Museen mit einer Ausstellungsfläche
von 1300 m? in drei Abteilungen - Archäologie,
Natur und Geschichte.
Die antike und mittelalterliche Stadt Perperikon,
ganz in den Felsen gehauen, befindet sich 20 km von
der Stadt Kardzhali entfernt und ist eines der ältesten
monumentalen Megalithdenkmäler. Darin entdeckt
man das thrakische Testament, das an Dionysos, den
Gott des Weines, erinnert. Ein eindrucksvolles kultisches
Zentrum, ein grandioses Bauensemble - das ist nur
ein Teil der Bezeichnungen dieser riesigen Stätte.
Die Kulttätigkeit auf dem Felsenberg begann
schon im 5. Jahrtausend v. Chr. und hatte mit der
Verehrung der Göttin Sonne durch die Steinzeitmenschen
zu tun. Hier gründeten sie die erste Orakelstätte
und stellten Gefäße mit Nahrung für
die Götter auf. Diese rituellen Handlungen wurden
in der ganzen Bronzezeit (3.-2. Jahrtausend v. Chr.)
verrichtet. Die weitere Entwicklung der Metallwerkzeuge
ermöglichte das Behauen der harten Felsen. Da
wurde der Ovalsaal mit dem großen runden Altar
im Zentrum geformt. Dort übten die Opferpriester
mit Wein und Feuer ihre heiligen Rituale aus. Diese
Kulthandlungen sind eben für den Tempel des Dionysos
typisch, wonach man lange Zeit in den Rhodopen gesucht
hat. Die letzten archäologischen Untersuchungen
deuten klar darauf hin, dass er sich am Perperikon
befunden hat. Im letzten Jahrtausend des alten Zeitalters
und den ersten Jahrhunderten des neuen Zeitalters
breitete sich die Felsenstätte aus und wandelte
sich in eine Stadt mit Festungsmauern, Schlössern
und Untermauerungen um. Dort lag vermutlich die Residenz
des Zaren der Thraker, der sogenannten Bessi. Später
brachten die Römer ihren Luxus und ihre feine
Lebensart nach Perperikon, aber der grausame Stamm
der Goten verwüstete die Stadt im Jahre 378 und
legte sie in Schutt und Asche.
Anfang des 5. Jh, nachdem man sich in den Rhodopen
zum Christentum bekannt hatte, wurde die heilige Stadt
zum Bischofssitz dieses Gebiets. Im 7.-14. Jh. war
die Blütezeit von Perperikon als Gebietszentrum.
Darum wurden Kriege zwischen Bulgaren und Römern
geführt. Ende des 14. Jahrhunderts eroberten
und zerstörten die osmanischen Türken die
Festung, deren Überreste allmählich in Vergessenheit
gerieten.
Heutzutage wird Perperikons alter Ruhm durch die
Arbeit der Archäologen zu neuem Leben geweckt.
Die heilige Stadt ist eine unwiederholbare Kombination
von Einzigartigkeit der Architektur, der Geschichte,
der Natur und vieler Religionen. Sie ist eines der
Weltwunder.
Die Festung “Monek”
liegt 4 km östlich von Kardzhali, in der Nähe
des Dorfes Shiroko Pole 586 m über dem Meeresspiegel.
Die Festung wurde im 12.-13. Jh. gebaut. Sie ist eine
der höchstgelegenen und größten mittelalterlichen
Festungen in den Rhodopen mit einer Fläche von
5 ha. Der Zugang zu der Festung ist schwierig, weil
das Gelände steil ist und an manchen Stellen
fast senkrecht. Früher hatte die Festung eine
große strategische Bedeutung, weil sie den Pass
Zhelezni vrata und die Zugänge zur mittelalterlichen
Stadt schützte. Die Stadt wurde um das Kloster
Sveti Yoan Predtecha aufgebaut. Heute befindet sich
das Kloster in der Stadt Kardzhali. Wegen des herrlichen
Ausblicks auf den Stausee Studen kladenez lohnt sich
das schwierige Besteigen der Festung.