Die antike und mittelalterliche
Stadt Perperikon, ganz in den Felsen gehauen,
befindet sich 20 km von der Stadt Kardzhali entfernt
und ist eines der ältesten monumentalen Megalithdenkmäler.
Darin entdeckt man das thrakische Testament, das an
Dionysos, den Gott des Weines, erinnert. Ein eindrucksvolles
kultisches Zentrum, ein grandioses Bauensemble - das
ist nur ein Teil der Bezeichnungen dieser riesigen
Stätte.
Die Kulttätigkeit auf dem Felsenberg
begann schon im 5. Jahrtausend v. Chr. und hatte mit
der Verehrung der Göttin Sonne durch die Steinzeitmenschen
zu tun. Hier gründeten sie die erste Orakelstätte
und stellten Gefäße mit Nahrung für
die Götter auf. Diese rituellen Handlungen wurden
in der ganzen Bronzezeit (3.-2. Jahrtausend v. Chr.)
verrichtet. Die weitere Entwicklung der Metallwerkzeuge
ermöglichte das Behauen der harten Felsen. Da
wurde der Ovalsaal mit dem großen runden Altar
im Zentrum geformt. Dort übten die Opferpriester
mit Wein und Feuer ihre heiligen Rituale aus. Diese
Kulthandlungen sind eben für den Tempel des Dionysos
typisch, wonach man lange Zeit in den Rhodopen gesucht
hat. Die letzten archäologischen Untersuchungen
deuten klar darauf hin, dass er sich am Perperikon
befunden hat. Im letzten Jahrtausend des alten Zeitalters
und den ersten Jahrhunderten des neuen Zeitalters
breitete sich die Felsenstätte aus und wandelte
sich in eine Stadt mit Festungsmauern, Schlössern
und Untermauerungen um. Dort lag vermutlich die Residenz
des Zaren der Thraker, der sogenannten Bessi. Später
brachten die Römer ihren Luxus und ihre feine
Lebensart nach Perperikon, aber der grausame Stamm
der Goten verwüstete die Stadt im Jahre 378 und
legte sie in Schutt und Asche.
Anfang des 5. Jh., nachdem man sich in
den Rhodopen zum Christentum bekannt hatte, wurde
die heilige Stadt zum Bischofssitz dieses Gebiets.
Im 7.-14. Jh. war die Blütezeit von Perperikon
als Gebietszentrum. Darum wurden Kriege zwischen Bulgaren
und Römern geführt. Ende des 14. Jahrhunderts
eroberten und zerstörten die osmanischen Türken
die Festung, deren Überreste allmählich
in Vergessenheit gerieten.
Heutzutage wird Perperikons alter Ruhm
durch die Arbeit der Archäologen zu neuem Leben
geweckt. Die heilige Stadt ist eine unwiederholbare
Kombination von Einzigartigkeit der Architektur, der
Geschichte, der Natur und vieler Religionen. Sie ist
eines der Weltwunder.
Das Denkmalschutzgebiet Zarevez
liegt in der Nähe des Stadtzentrums von Veliko
Tarnovo. Zarevez war im Zeitraum von 1185 bis 1393
die bulgarische Hauptstadt und die wichtigste Festung
des Zweiten Bulgarischen Reiches. Es ist ein Hügel,
von allen Seiten mit Mauern und Wehrtürmern umgeben.
Die ältesten Gebäude datieren aus der frühbyzantinischen
Epoche (dem 5.-6. Jh.). Im Zweiten Bulgarischen Reich
wurde der Zarevez-Hügel mit Wohn-, Wirtschafts-
und Amtsgebäuden, Kirchen und Klosteranlagen
dicht bebaut. Dort wohnte nicht nur die Feudalklasse,
sondern auch zahlreich die einfache Bevölkerung,
die die Reichen bediente. Die Stadt hatte ein sehr
gut angelegtes Straßennetz und drei Stadteingänge.
Der Palast der bulgarischen Zaren erhob
sich im Zentralteil der Festung und stellte einen
separaten Komplex dar, der auch von einer Festungsmauer
umgeben war. Auf diese Weise wurde auch das bulgarische
Patriarchatsgebäude ummauert. Auf der höchsten
Stelle des Zarevez-Hügels stand die Kirche „Voznesenie
Gospodne“. Heutzutage ist die Kirche völlig
rekonstruiert und aus diesem Grund wurden die Wandmalereien
nicht nach dem kirchlichen Kanon gestaltet. Sie ist
eine Gedächtniskirche, in der die Entwicklung
des mittelalterlichen bulgarischen Reiches durch die
Kunst dargestellt wird.
Im Denkmalschutzgebiet wird abends
das audio-visuelle Programm “Ton und Licht”
gezeigt, das eine außerordentlich emotionelle
Wirkung auf den Zuschauer hat.