Kardzhali
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Traditionen und Folklore

Die Folklore der Bulgaren, eine untrennbare Verbindung zwischen Melodien, Rhythmen, Farben, Bräuchen und Sitten, deren Anfang in der Vergangenheit verborgen liegt, präsentiert sich ausgezeichnet während der bulgarischen Volksfeste, der traditionellen Folklorefestivale, beim Feiern von Namenstagen u. a. Diese von den Bulgaren so beliebten und geehrten Veranstaltungen sind ein Ausdruck der Volksfreude, ihrer Lebensweise und Kultur, ihrer Geschichte und ihres Gedächtnisses, die in den Jahrhunderten erhalten geblieben sind.

Der Tag der Kukeri wird Ende Februar im Strandzha-Gebirge gefeiert. Nur in dieser Gegend feiert man ihn mit “weißen Kukeri” d. h. ohne die üblichen Gesichtsmasken, was der ältesten Brauchform entspricht. Die Absicht dieser rituellen Feier ist, Fruchtbarkeit und Fülle zu bringen. Ein Kuker kann sowohl ein sieben-achtjähriger Junge als auch ein 50-60 jähriger Mann sein, der in weißes Ziegenlamm- oder Schafsfell gekleidet ist. Sein Gesicht ist mit Ruß von verbranntem Roggenstroh, das von der letzten Ernte aufbewahrt wurde, beschmiert. Die Kukeri-Jungfrau, die Kukeri-Großmutter, der Arzt, die Gendarmen, die die Jungfrau bewachen, der Barbier, der Pope u.a. begleiten den Anführer. Die Kukerigruppe kommt in jedes Bauernhaus rein, singt Lieder und wünscht allen Gesundheit und gute Ernte. Am Abend gibt es den Kukerizug mit den Ritualen – Pflügen und Verbrennen eines großen Korbes. Die Männer heben einen großen angezündeten Korb, der voller Stroh ist, hoch. Um sie herum tanzen alle ein Reigen. Wenn der Korb runterfällt, strömen alle hinzu, um darüber zu springen, was Gesundheit bringt.

Der Palmsonntag wird am Sonntag nach dem Lazartag, eine Woche vor Ostern gefeiert. Das Fest wird Jesu Christi feierlichem Empfang mit Palmzweigen als König Israels in Jerusalem gewidmet. Nachdem Jesus Christus am Samstag Lazarus auferweckt hat, dann am Palmsonntag feierlich in Jerusalem empfangen worden ist, geht Jesus Christus Schritt für Schritt zu dem vorgezeichneten Ende seines Lebens auf der Erde. An diesem Tag schmücken die Christen ihre Häuser mit geweihten Weidenzweigen, die die von Jesus getragenen Palmzweige ersetzen sollen, um gesund zu bleiben und vor Krankheiten und allem Unheil geschützt zu werden.

Das Volk benennt dieses Fest mit verschiedenen Namen: Zvetniza, Vrabniza, Zvetna nedelya, Vaya, Kuklenden. Der Palmsonntag ist das Fest der Blumen und des Blühens. Nach den alten bulgarischen Bräuchen feiern alle, die Namen von Blumen, Pflanzen, Sträuchern und Bäumen tragen, ihren Namenstag. Die Woche nach dem Palmsonntag nennt man die Karwoche, die Leid und Qual bedeutet.

Nestinari (Feuertänzer) in Strandzha feiert man am ersten Samstag im Juni. Der Brauch findet nur in einigen Dörfern im Strandzha-Gebirge, in Ostbulgarien, statt und ist einer der ältesten christlichen Bräuche, die erhalten geblieben sind. Im Dorf Balgari wird er in der ersten Juniwoche durchgeführt. Das Hauptritual ist das Tanzen auf Glut. Am Fest beteiligt sich das ganze Dorf, aber am Tanzen nur die Feuertänzer. Fast in einem Trancezustand tanzen sie barfuß auf der aufflammenden Holzkohle so, wie ihre Vorfahren vor tausend Jahren getanzt haben. Der Tanzrhythmus wird durch eine heilige Trommel bestimmt. Man glaubt, dass diese Trommel eine Zauberkraft besitzt und den Trommler heilen könnte, wenn er krank wäre. Diese Trommel wird nicht zu anderen Anlässen benutzt.

Der Feuertanzbrauch wird vererbt. Nur der Hauptfeuertänzer kann den anderen Feuertänzern die Stärke und die Begeisterung übertragen. Hauptfeuertänzer kann nur der Sohn oder die Tochter des gegenwärtigen Hauptfeuertänzers werden, wenn er zu alt ist oder nach seinem Tode. Die Feuertänzer im Dorf Balgari erzählen, dass sie von ihren Großmüttern und Großvätern als eine christliche Pflicht den Brauch vererbt haben und wenn sie den Feuertanzbrauch pflegen, werden sie gesund bleiben und gute Ernte einfahren und wenn nicht, dann kommen Krankheiten und Armut in ihre Gemeinschaft.


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