Kardzhali
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Traditionen und Folklore

Petrova niva ist eine Gegend im Strandzha-Gebirge, in Ostbulgarien, wo 1903 der Aufstand zum Anschluss von Strandzha, Thrakien (dem Gebiet an der nördlichen Ägäisküste und Edirne) an das freie Bulgarien erklärt wurde. Ende der 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurde hier ein eindrucksvolles Denkmal errrichtet und 2003 wurde auch die Kirche Sveta Petka gebaut. Jedes Jahr werden im August große Volksfeste veranstaltet, zehntausende Nachkommen der thrakischen Flüchtlinge kommen aus dem ganzen Land hierher.

Diese Gegend hat nicht nur einen historischen, sondern auch einen ökologischen Wert. Sie wurde zum Schutzgebiet erklärt, mit dem Ziel, die typische Landschaft und das Vorkommen seltener Vogelarten und bedrohter Pflanzenarten zu schützen.

Ilieva Niva ist eine Gegend im Kreis Ivaylovgrad, in Südbulgarien, die an der Hauptstraße Kardzhali - Ivaylovgrad liegt. An diesem Ort wurde eine Gedenkstätte mit einem originellen Denkmal, einem Brunnen und der Kapelle Sveta Petka Balgarska zum Andenken an die Tausenden von thrakischen Flüchtlingen errichtet, unter denen auch über 200 Kinder waren, die während des zweiten Balkankrieges im Jahre 1913 ermordet wurden. Jedes Jahr wird hier in der ersten Juniwoche anlässlich des Tages des thrakischen Kindes ein nationales thrakisches Jugendvolksfest durchgeführt, was zu einem der bedeutsamsten Ereignisse in dieser Region geworden ist.

Das Wetteifern im Musizieren mit Dudelsack im Dorf Gela findet am ersten Augustwochenende statt. Das Dorf Gela liegt im Herzen der Rhodopen, in der Nähe des Dorfes Shiroka Laka, in Südbulgarien. Das ist der einzige Ort in Bulgarien, wo ein nationales Volksfest mit einem Wettbewerb im Musizieren mit dem Dudelsack veranstaltet wird. Jedes Jahr im August erfüllt das Dudelsackspiel der Teilnehmer aus der Musikschule in Chiroka Laka, bekannter Dudelsackspieler aus der Region und sogar aus Australien, Schottland und Japan das Dorf. Während des Volksfestes entdecken die Menschen aus ganz Bulgarien und dem Ausland die Schönheit und die Authentizität des Dudelsackspiels wieder und erleben zusammen die Magie des Rhodopen-Gebirges.

Baba Marta (Großmutter Marta) wird am 1. März in ganz Bulgarien gefeiert. An diesem Tag schenken sich alle Bulgaren Martenizi mit dem Spruch: “Ich gratuliere zur Baba Marta” und binden sie um das Handgelenk oder befestigen sie an den Kleidern, um gesund zu bleiben. Das ist eine tausendjährige Tradition., die das Winterende und den Frühlingsbeginn symbolisiert.

Die Marteniza wird aus weißen und roten Fäden gemacht und hat ganz unterschiedliche Formen. Die typische Marteniza slellt zwei Figuren dar, einen roten Jungen namens Pizho und ein weißes Mädchen namens Penda. Die rote Farbe besitzt die Kraft, das Böse zu verjagen, besonders dieses unsichtbare Übel, das alle Krankheiten mit sich bringt, und die weiße Farbe ist ein Symbol der Reinheit, der Gesundheit und des langen Lebens.

Die Marteniza trägt man so lange, bis man die erste Schwalbe, den ersten Storch oder einen blühenden Baum sieht, dann wird sie auf diesen Baum gehängt oder unter einen Stein gelegt.

Sveti Trifon ist eines der interessantesten Feste, das bulgarienweit von unserem Volk gepflegt wird. Es wird am 14. Februar gefeiert und noch Trifonovden, Zarezan, Trifon rizhach, Trifon vinopiez (Trifon - der Weintrinker), Trifon piyaniza (Trifon – der Trinker), Trifon chipiyat (Trifon – die Stupsnase) u. a. genannt. Der heilige Trifon ist der Beschützer der Winzer und wird deshalb nur dort gefeiert, wo man Weinreben anbaut oder angebaut hat. Das Fest ist nicht nur mit seinen Ritualen interessant, sondern auch mit der Art und Weise, wie sie ausgeführt werden – feierlich, mit einer gewissen Theatralik und Dramatik. Unbedingt festlich gekleidet, gehen die Weinbauern zu den Weinbergen und bringen gekochte Speisen und Wein mit. Gewöhnlich bilden sich lange Züge von Weinfreunden, die den Winzern folgen. Dann beschneiden sie ihre Rebstöcke und begießen die Stellen, die sie beschnitten haben, mit Wein aus einer geschnitzten, hölzernen Weinflasche. Auf diese Weise werden die Weinstöcke mit ihrer eigenen Produktion vermischt.


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